72 Stunden reichen nicht
Drei Tage sind die kleinere von zwei Zahlen, die in derselben amtlichen Empfehlung stehen. In der öffentlichen Debatte ist nur die kleinere übrig geblieben.
Direkt zu den Stellen im Video
Die Zahl
Worum es konkret geht.
Wörtlich: möglichst zehn Tage selbst versorgen können, und auch ein Vorrat für mindestens drei Tage hilft schon sehr. Beide sind ausdrücklich keine verbindlichen Vorgaben.
Wer vier Wochen trägt, übersteht die ersten drei Tage sowieso. Umgekehrt gilt das nicht.
Rund neunzig Prozent der Bevölkerung haben Vorräte für weniger als eine Woche, etwa vierzig Prozent für ein bis drei Tage. Nach einer Woche wäre der Großteil des Landes auf Nachschub angewiesen.
Die Pufferbatterien der Mobilfunkstandorte reichen nach der Erhebung für Berlin rund dreißig Minuten. Eine gesetzliche Mindestdauer gibt es in Deutschland nicht.
Iberische Halbinsel: rund sechzig Prozent der Erzeugung in Sekunden weg, Wiederversorgung nach zehn bis sechzehn Stunden. Berlin: rund 100.000 Menschen mehrere Tage ohne Strom, 86 Mobilfunkmasten ausgefallen. Ahrtal: eine Zufahrt 36 Stunden gesperrt, zwölf Orte voneinander getrennt.
Vorsorge ohne Rangfolge ist ein Hobby. Mit Rangfolge ist es ein Plan.
Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Broschüre Vorsorge für Krisen und Katastrophen (Oktober 2025); Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (2010/2011); Abschlussbericht des ENTSO-E-Expertengremiums; Expertenkommission Resilienz Berlin, Juli 2026. Die Maßstäbe von vier Wochen und drei Monaten sind ausdrücklich eine eigene Setzung.
Aus dem Lagebericht
Vier Stufen statt Einkaufsliste.
Denken Sie in Zeithorizonten, nicht in Kisten. Material ist der letzte Schritt, nicht der erste.
72 Stunden bis 14 Tage
- Sofortige Handlungsfähigkeit: Licht, Wasser, Wärme, Information
- Danach zeigt sich, ob es einen Ablauf gibt oder nur einen Haufen Material
- Ist alles auffindbar, funktionsfähig und griffbereit
Vier Wochen
- Der Mindeststandard aus der Beratungspraxis
- Ab hier reicht Vorrat allein nicht mehr
- Fähigkeiten und Netzwerk werden zum tragenden Teil
Drei Monate und länger
- Keine Vorratsfrage mehr, sondern eine Strukturfrage
- Rotation, Verträglichkeit und Lagerorte entscheiden
- Das Umfeld wird zum eigenen Risiko, wenn es nichts hat
Was daraus folgt
Welche Felder Ihrer Vorsorge
diese Lage betrifft.
Ein Lagebericht ohne Ableitung ist Unterhaltung. Diese drei Felder betrifft die Lage direkt.
Feld
Wasser
Die kürzeste Frist im gesamten Raster. In der obersten Etage eines Mehrfamilienhauses ist der Hahn nach zwölf bis vierundzwanzig Stunden trocken, weil die Druckerhöhung Strom braucht.
Feld
Information und Kommunikation
Dreißig Minuten Pufferbatterie am Sendemast. Ein vereinbarter Treffpunkt mit fester Uhrzeit ersetzt jedes Netz und kostet nichts.
Feld
Wissen und Übung
Ein Abend im Jahr ohne Strom zeigt mehr als jede Liste. Jetzt dürfen Sie Fehler machen, in der Krise nicht mehr.
Wie belastbar sind diese Felder bei Ihnen heute?
Resilienz-Check startenKostenfrei anfordern
Die Folien zum Nachlesen.
Alle Zahlen und Quellen zum Nachprüfen. Dazu jeden weiteren Bericht, sobald er erscheint.
Zustellung per E-Mail
Lagebericht: 72 Stunden reichen nicht
Sie erhalten die Unterlage als PDF per E-Mail. Keine Newsletter-Anmeldung durch diesen Download.
Ihre Unterlage ist unterwegs
Die Nachricht erreicht Sie per E-Mail.
Sie wollen wissen, wie belastbar Ihre eigene Lage ist? Zwei Minuten genügen.
Jetzt starten